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Bislang hat mich dieses Jahr immer irgend etwas abgehalten: Wetter, Rücken, Abendveranstaltungen oder Auswärtstermine. Heute passte es endlich, und ich fuhr erstmalig in 2015 mit dem Rad zur Arbeit. Mein Fahrradsommer hat begonnen und ich freu mich sehr.
Schließlich komme ich aus einer Radfahrfamilie und hab seit früher Jugend alleine und mit anderen etliche Kilometer auf meinen jeweils sehr geschätzten Drahteseln zurückgelegt. Mit 14 war ich zum ersten Mal alleine eine größere Strecke unterwegs: Von Aachen ca. 30 km an den Rursee in der Eifel, also auch noch weitgehend bergauf, unter anderem über die sogenannte Himmelsleiter. Aber das und andere Fahrradtouren sind eine eigene Geschichte.

Was ich grad damit sagen will: Wenn ich mir, sehr dicker Frau, zwischenzeitlich selber sportlich kaum was zutraue, oder Blicke anderer sehe, wenn ich auf dem Rad unterwegs bin, grins ich in mich hinein und erinnere mich an früher und weiß: Radfahren war und ist mein Ding. Denkt, was ihr wollt.

Mein Arbeitsweg vom Rande des Siebengebirges und vom Rande Bonns in die Innenstadt ist fürs Fahrrad pro Strecke 10,5 km lang und hat ca. 120 Höhenmeter zu überwinden. Zum Glück am anstrengendsten auf dem Rückweg: Verschwitzt Zuhause ankommen ist ja doch egaler als auf der Arbeit. Es geht durch Felder und am Waldrand entlang, – die schönsten Teile der Strecke. Von Bonn-Pützchen bis zum Rhein gibt es dann den angenehmen, nur nüchtern aussprechbaren Bröhltalbahnweg. Der ist eine ehemalige Bahntrasse und führt unter der Bundesbahn und einer großen Bundesstraßenkreuzung komfortabel hinweg. Dann geht es mir der Kennedybrücke über den Rhein und an der Oper vorbei. Eine schöne Strecke, zumal ich meist nicht im Berufsverkehr fahren muss.

Versüßt wird mir dieser Weg durch das eBike, das ich vor drei Jahren geerbt habe. Ich weiß nicht, ob ich mich bei meiner derzeitigen Kondition ohne diese Tretunterstützung an die Strecke rangetraut hätte. Auf dem Hinweg geht es zwar überwiegend bergab, aber erst nach einer gar nicht so kurzen und vor allem sehr steilen Steigung. Da hat es mir das eBike wesentlich leichter gemacht, mich nach ein paar Jahren Abstinenz wieder auf ein Rad zu setzen.
Und nachdem ich heute neu angefangen habe, und euphorisiert durch den Tag schwebte, freu ich mich auf die Fortsetzung.

Anbei ein paar Eindrücke von der heutigen Fahrt.      

       

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