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Nur noch 300 Tage, dann hab ich ein Jahr lang jeden Tag hier etwas festgehalten. Nach für mich persönlich sehr erstaunlichen 66 Tagen in Folge erscheint mir das nur noch ein Klacks zu sein. Juchhu.

Darauf ein Getränk namens Russichan, das ich heute probierte, weil meine bevorzugte Ingwervariante nicht vorrätig war. Hätt ich auch lassen können, das Probieren, weil es so rosa süß schmeckte, wie es aussah. Aber wofür fährt man in andere Länder, wenn man nur das isst, trinkt und sieht, was man kennt. Soll es geben, ist mir aber höchst fremd. 

Hier in Klaipeda, das mal Memel hieß, häufiger Deutsch zu hören als im übrigen Litauen, und zwar von Menschen, die ansässig sind und Deutsch als Muttersprache bezeichnen, macht mir in dem genannten Zusammenhang ein seltsames Gefühl. Bis heute Morgen war das Land, in dem ich seit Samstag unterwegs bin, im Wesentlichen fremd. Jetzt begegnet mir plötzlich deutlich die Geschichte meines eigenen Landes. Na, von wegen deutlich: Wenn ich die Geschichte des Memellandes doch besser kennen würde. Les ich jetzt die Nacht durch, bis ich sie kapiert habe? Oder genieß ich morgen einfach die Natur, wenn wir auf  die Kurische Nehrung rausfahren? Ich versuch mal Nummer zwei. Und halte für das andere Thema die Augen offen.

 

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