sich wiedererkennen.

Auch die fünfundsiebzig Jahre alte Dame ist die, die das Thema eröffnet. „Die Flüchtlinge jetzt, das ist genau wie bei  uns damals,“ sagt sie, und ihre Stimme klingt anders als noch zwei Sätze zuvor, bedächtiger, berührt. Und sie fängt an, vom Krieg zu erzählen. Schnell wird der Zuhörerin deutlich, was damals anders war als bei den Fliehenden jetzt. Binnenflüchtling sein, zum Beispiel. Und einen Heimatort haben, in den man schließlich, nach einigen Strapazen zurückkehrt, auch wenn die eigene Wohnung weg ist. Aber das Verbindende ist, sich aufgrund der eigenen Biographie anders einfühlen zu können.

Was mir nicht in den Kopf will, dass es selbst in der Generation dieser Dame so viele gibt, die das Schicksal der Flüchtenden heute ignorieren, oder, noch schlimmer, ihm mit Hass begegnen. Wachr doch endlich auf und schaltet euer Hirn und eure menschlichen Empfindungen ein. Also echt.

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