Radioärger, halbe Wahrheiten & ein ganzes Drittel (122/366)

Am Morgen: 4x Radionachrichten gehört, während ich mit dem Auto unterwegs war. Die halbstündliche Ausstrahlung der Nachrichten mag ja für die Menschen Sinn machen, die kürzere Wege oder Frühstückszeiten haben und sie nur einmal hören. Mich machten sie mehr und mehr nachdenklich bis wütend. Jedesmal gab es den kurzen Hinweis, dass Gewalt gegen FlüchlingsheimbetreiberInnen und KommunalpolitikerInnen vermutlich zunehmen werde. Was sollte mir das sagen? Mir Angst machen? Meine Einstellung zur Aufnahme von Flüchtlingen verändern? Mich gar auf Gewaltideen bringen, wenn ich einen rechten Hohlschädel hätte? Sicher nichts von alledem: Ich hab in meinem immer noch sehr geschätzten WDR 2, auf dem die Nachrichten gesendet wurden, in den letzten Wochen viel zu viel Gutes zum Thema gehört, bis hin zu sehr couragiert kritisch nachfragenden ModeratorInnen in Interviews mit Ängsten schürenden PolitikerInnen. Aber diese Nachrichtenwiederholung heute Morgen hat mich echt wütend gemacht. Hätte man nicht mindestens eine ermutigende Nachricht aus dem Kontext daneben stellen können? Über HelferInnen und gute Initiativen? Menno.

Dazu passte die wiederholte Wettermeldung, dass der Tag an Graustufen nicht zu überbieten sein werde, Nieselregen aller Orten, keine Sonne weit und breit. Wäre ich nicht unterwegs gewesen, hätte mich nichts dazu bewegt, aus dem Fenster zu schauen. So fuhr ich mindestens die Hälfte meiner Autofahrt an einer Wolken- und Wetterkante entlang, hinter der der Himmel wunderschön licht war. Mit toller Herbstfärbung der Bäume, hier und da etwas Dunst und der dunkelgrauen Wolkenfront darüber: Drama, Baby. Und zwar sehr sehenswertes.

Und meln Reim darauf: sich nie damit zufrieden geben, wie andere einem die Welt erklären. Das mag für sie stimmen, für noch mehr Menschen eventuell auch. Aber die ganze Wahrheit ist es sehr oft nicht.

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Hurra: Ein Drittel meines Blogprojektes ist heute geschafft. Ich hätte nicht auf mich gewettet, echt nicht. Und freu mich entsprechend sehr. Die paar Zeilen (meist) am Ende des Tages, mal mehr, mal weniger, mal was vom Tag selber oder eine Erinnerung festhaltend oder ausmalend, tun mir gut. Dass bis 366 ein wesentlicher Motivationseinbruch kommt: Im Moment kann ich mir das überhaupt nicht vorstellen.

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