Alte Wunden. (144/366)

Dieses Gefühl, nirgends dazuzugehören, ist nie wirklich verschwunden, doch habe ich gelernt, es besser zu überleben. Manchmal begegne ich ihm sogar mit erstaunlicher Gelassenheit.

„Du schon wieder? Ach. Gehst ja doch wieder vorbei und der Schmerz wird nachlassen, üblicherweise.“

Nett ist dann ja, wenn mich wer auf früher anspricht und nach biographischen Berührungspunkten sucht und sowieso sehr freundlich zugewandt ist. Obwohl er jahrgangsgenau zu der Generation gehört, die mir üblicherweise diese Bauchschmerzen macht, und es umgehend schafft, mich null, nichtig und unsichtbar zu fühlen. Womöglich auch noch überflüssig. Aber nein: Eben passierte es nicht. Da interessierte sich wer für mein Leben, echt.

Erst nachher zittern mir wieder die Knie und ein Kloß sitzt in meinem Hals. Dass es wirklich anders sein kann, als es war, das glaub ich selbst dann oft nicht, wenn ich es erlebe.

Sonst geht es mir aber prima. Wie gesagt: ich weiß, wie es läuft. Und dass es nicht an mir liegt und nie an mir lag, noch an mir hätte liegen können. Sie sehen: Alles prima.

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Worüber auch ich mich seit gestern sehr freue (ja, das geht): Diese zeitgemäße Neuauflage von Ironic von Alanis Morissette. Ein sehr schöner Spaß. Den guck ich mir jetzt noch mal an. Und freu mich auf den Abend, auch wenn es im Lieblingsgottesdienst heute ausgerechnet um Wunden geht.

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2 Gedanken zu „Alte Wunden. (144/366)

  1. liisa

    ((( oecherin )))

    Der erste Satz könnte Wort für Wort von mir stammen.

    Und ja, das kaum glauben können, dass es auch mal anders sein könnte bzw. ist, kenne ich nur allzu gut.

    Wie schön, dass wir es – ab und an jedenfalls – doch erfahren und dann auch glauben dürfen.

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