Würzburg (155/366)

Dienstreise nach Würzburg und endlich noch mal mit dem Zug unterwegs samt diverser Ideen, was ich in den drei Stunden tun könnte. Ausgerechnet da treff ich eine alte Bekannte, neben der auch noch ein Platz frei ist. Wir unterhalten uns bis Mainz, ihrem Ziel. Ich verpasse die tolle Rheinstrecke, da wir an der anderen Seite des Zuges sitzen.

Nach Mainz schaff ich einen Teil der Vorhaben weg und wundere mich zwischendurch über einen Mailboxspruch meiner Mutter, der keiner ist. Ob da in einem Funkloch was schief gelaufen ist, oder sie nach Beginn der Mailboxansage schnell aufgelegt hat?

Im Würzburger Hauptbahnhof: Drei Polizisten mit Gewehren. Ein beunruhigender Anblick. 

Eine Kollegin holt mich und eine weitere mit dem Auto ab und nimmt uns mit zum Tagungsort in Oberzell. Eine neue Arbeitssituation beginnt, samt Übergabe durch die bisherigen Kolleginnen. Ich bin die einzige ganz neue Person in der Runde und halte mich wacker, wo ich vor Jahren noch mindestens innerlich weggerannt wäre. Abends gibt es ein schönes Amtsübergabe-Essen in Würzburg in sehr angenehmer Runde. Ein erst jetzt zu und gestoßener Kollege berichtet von dem Abschuss des russischen Kampfjets über der Türkei: Wir sind erschrocken, wie die Welt grad nicht zur Ruhe kommt.

Auf der kurzen Suche nach aktuellen Infos zum Vorfall finde ich eine SMS meiner Mutter mit der Info, dass mein Vater im Krankenhaus sei. Ich lasse das Essen, das gerade serviert wird, Essen sein und gehe raus aus dem sehr lauten Restaurant, um meine Mutter anzurufen. Die Nachrichten sind nicht gut, könnten aber viel schlechter sein. Ich bin erleichert, und meine Mutter ist froh, mit mir gesprochen zu haben: Ein Sohn ist am andern Ende der Welt, ein anderer in noch südlicherem Deutschland und ich grad auch mehr als die üblichen 100km entfernt. Aber sie ist trotzdem nicht allein und soweit optimistischer Dinge.

Nach den auch lauwarm köstlichen Scaloppine al burro e salvia mit Rosmarinkartoffeln und Gemüse und weiter sehr netter Atmosphäre, finden wir noch eine Kneipe, in der wir zwei letzte Runden bekommen. Der nachgekommene Kollege nimmt uns im Familienauto mit zurück nach Zell. Unterwegs sehen wir mehrere Bullis der Bundespolizei im nächtlich dunklen Würzburg.

Die Nacht ist schon weit fortgeschritten, um 8:00 geht es weiter. Hoffentlich schlafen auch die alten Herrschaften in Aachen gut.

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