3. Advent (174/366)

Ein Tag, aufzuatmen. 

Ein Tag mit wenig äußeren Schritten und ausgesprochenen Worten, ohne bewegungslos oder stumm zu sein.

Ein Tag, sich am aufgeräumten Zustand der Wohnung zu erfreuen, den man gestern noch nicht genießen konnte, da er erst  5 Minuten vor Eintreffen der Gäste hergestellt war.

Ein Tag, ein wenig an einer Playlist mit Adventsmusik zu basteln, die Populärmusik enthält, aber ohne Weihnachtslieder auskommt. Gar nicht so einfach, aber reizvoll.

Ein Tag mit Soulfood: Full English Breakfast am Mittag (ohne Bohnen, mit Champignons) und Wokvariationen am Abend.

Ein Tag mit unerwarteten Erfolgen beim Sockensortieren: Kaum erhoffte Wiedervereinigungen geschahen einfach.

Ein Tag, die nicht vorhandene Briefmarkensammlung richtig zu reorganisieren. Die Vorratshaltung des Reisegefährten ließe uns im Ernstfall tagelang nicht hungern; ich könnte dafür nicht nur die direkte Nachbarschaft über Wochen mit Postwertzeichen versorgen. 

Ein Tag, demütig zu sein, wenn einem solche Gedanken durch den Kopf gehen und man gleichzeitig dann in Buddenbohms hervorragender regelmäßiger Linksammlung zum Thema Flucht und Fremdenfeindlichkeit auf Flüchtlingsgeschichten wie die dieser Familie aus Syrien stößt

Ein Adventssonntag.

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