Reiseweh (181/366)

Drei sehr liebe Leute fliegen gleich von Neuseeland zurück in hiesige Gefilde. Sie waren dort sechs Wochen lang unterwegs und haben mit einigen Ortsnamen und den paar Bildern, die sie durch den Äther geschickt haben, Erinnerungen und Sehnsucht geweckt. Sie waren sehr sparsam mit Infos und Grüßen, was meine Phantasie noch mehr angeheizt hat, was sie alles Tolles sehen und erleben. Vor ein paar Tagen waren sie exakt ein Jahr nach dem Reisegefährten und mir an einem Ort und hatten genau dort ungewöhnlich schlechtes Wetter, wo wir damals auch fast weggespült wurden.
Und die vier Sätze sind reinstes Blabla, für das, was ich während der Reise der drei ab und zu empfunden habe und seltsamer Weise besonders jetzt empfinde, da sie in Auckland am Flughafen sind und sich auf den langen Rückweg machen:

Ich hab schreckliches Reiseweh, und grad speziell heftiges Neuseeland-Weh. Ich sehne mich nach der Urlaubsvariante, mit dem Reisgefährten unterwegs zu sein: Den Hausstand auf zwei bis drei Koffer reduziert, ein Auto als rollendes Wohnzimmer, das uns von dem einen tollen zum anderen interessanten Ort bringt. Mit schönen, schrägen, einfachen und wunderschönen Unterkünften. Mit unseren mittlerweile klassischen selbst gekochten Reisegerichten und leckeren Mahlzeiten in einfachen und besseren Restaurants und Fischbuden.

Ich sehne mich besonders nach den Farben Neuseelands, dieses irre Türkis, wenn Gletscherwasser mit im See ist, und alle möglichen anderen wunderschönen Blautöne im Meer und in Seen und am Himmel. Ich will Yellow-Eyed-Penguins und kleine blaue Pinguine sehen. Nicht nur alle paar Jubeljahre. Und, ja, Delphine und Wale gerne ab und an auch. Ich möchte einen Zaun mit Baumfarnen. Sofort. Und sowieso: Farne, Farne, Farne. Und neuseeländische Weihnachtsbäume. Und One Lane Bridges. Und diese eigenartige, köstliche L&P – Limonade, die damit wirbt, „world famous in New Zealand“ zu sein. Überhaupt, mehr Lässigkeit und Selbstdistanz und Humor der Menschen an dieser entfernten Ecke der Welt. Und mehr Leute, die barfuß durch die Gegend laufen. Und echte seltene Vögel mit buntem Federkleid oder hektischen Schwanzfedern. Und und und.

Ach, tut Reiseweh weh und wohl.

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4 Gedanken zu „Reiseweh (181/366)

  1. Frau Tonari

    Kann ich unterschreiben. Das Land ist wirklich mehr als eine Reise wert. Und da sich das Töchterlein entschieden hat, dort zu leben, werde ich wohl noch das eine oder andere Mal dort hin fliegen. Wenn es nur nicht so verdammt weit weg wäre…

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    1. Oecherin Autor

      Dachte ich mir, dass du was schreibst, die wir einander wahrnehmen, seit wir lerztes Jahr zeitgleich durchs Land der langen weißen Wolke gereist sind. (-:
      Einen persönlichen Grund, den langen Weg auf sich zu nehmen, ist schön und ein zuuu langer Weg zugleich, wenn es um einen Familienangehörigen geht. Habe in den letzten Wochen mir manchmal ausgemalt, wie es wäre, wenn meine lieben Reisenden da blieben, da die eh grad irgendwie in Neuanfangsstimmung sind… Liebe Grüße!

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