Hutgeschäft (270/366)

Ja, es ist schade, wenn ein alteingesessenes Einzelhandesgeschäft schließen muss und man den nächsten topmodernen Imbissladen schon fast riechen kann. Allerdings waren die besten Jahre des Hutgeschäftes in der Bonner Innenstadt längst vorbei. Fand ich. Als ich vor drei oder vier Jahren einen Sonnenhut für meinen großen Schädel suchte, fand ich dort die selben Einheitsgrößen, made in China, wie anderswo. Wenn mir überhaupt ein Hut gepasst haben sollte, hab ich ihn schnell vergessen. Wahrscheinlich hätte selbst meine Großmutter gesagt: „Kind, lass es besser.“ 

Ich bedaure die Schließung des Geschäfts. Mit ihm ist eine Institution verschwunden, eine optische Orientierung im Stadtbild, gegenüber eines der beiden letzten Tabakläden, eine Erinnerung an Zeiten meiner Kindheit, ach was, an die Kindheit meiner Eltern und Großeltern.

 Nur eingekauft hätte ich dort nicht mehr. Und meinen geliebten Sonnenhut, einen Tilley aus Hanf, fand ich auf Reisen. 

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