Gartenliebe und verlorene Zeit (286/366)

Ich liebe die Frühblüher um unsern alten, halbtoten Apfelbaum sehr. Im ersten Jahr fragten wir uns, ob wir uns an diese Schönheit wohl gewöhnen und sie irgendwann gar nicht mehr sehen. Nach einigen Jahren bin ich mirsicher: Das passiert nicht. Jedes Jahr freuen sich der Reisegefährte und ich wie jeck über jede neue kleine oder größere Blüte und legen ständig nach: Neben einer ganzen Reihe Narzissen sind letztes Jahr noch Dutzende Tulpenzwiebeln im Boden versenkt worden. Ich bin sehr gespannt, wie sie blühen werden.

Das ist der tolle Teil des Gartens. So schön wird er den Rest des Jahres nicht mehr sein, auch wenn ich mich auf einzelne Pflanzen und hoffentlich wieder viele Himbeeren freue. 

Ambivalent ist die Sache mit der Zeit, die selbst unser Garten verschlingt, der zu keiner Jahreszeit gängigen Standards minimaler Gartenpflege entspricht. Das meiste im Garten hab ich übernommen und mach es mal gern (Frische Luft. Himmel. Was mit den Händen. Freier Kopf. Erfolgserlebnisse) und mal erledige ich Notwendiges nur grimmig: Auch bevor es Gartenarbeit in meinem Leben gab, hatte ich selten Langeweile. Und die Zeit im Garten fehlt mir anderswo. Grmpf.

Aber lange drüber ärgern kann ich mich nicht: Dann lieb ich wieder Blumen, Bäume, Himmel und Wolken. Und die Aussichten auf Kirschen, Äpfel, Beeren. Und auf absolut gewonnene Zeiten in der Hängematte.

   
    

    

 

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