WmdedgT Mai 2016: Londonversion (319/366)

Die Frage: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ (WmdedgT) erwischt mich diesen Monat auf Reisen. Juchhu. Näherhin bei der Anreise für einen kurzen Besuch in London. Viele weitere Antworten finden sich drüben bei der WmdedgT-Fragenstellerin Frau Brüllen.

4:00 und 4:02 Wecker. Um 4:20 habe ich verstanden, was er sagen will und stehe auf. Bad, Anziehn, Katzen füttern, Auto packen, 5:30 Abfahrt vom Rhein an den Kanal. Die erste Strecke fährt der Reisegefährte, so dass ich noch was schlafen kann, auch wenn das nach so einem Aufbruch meist nicht sofort gelingt. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, bis Aachen nicht weggedämmert zu sein. Als ich um 7:30 wachwerde, hat es aber den Anschein, ich hätte geschlafen.

Wir wechseln an einer Raststätte und ich übernehmene bis zur Fähre in Calais Steuer und Gaspedal. Von diversen Inseltripps kenne auch ich die Strecke mittlerweile gut und weiß sehr zu schätzen, dass in Frankreich ebenfalls Feiertag ist und wir ohne auch nur einen Fitzel Stau Lille passieren können. 

Um 9:30 erreichen wir den Fährhafen von Calais, die Briten kontrollieren die Pässe ausgiebig, so dass bis vor die französische  Kontrollstelle Stau ist. Aber wir sind gut in der Zeit. Wir winken auf dem Außendeck Calais Aurevoir und gehen auf der Fähre frühstücken. Keine Gourmetsache, englisches Frühstück geht frischer und besser, aber: Tradition. Danach ergattern wir zwei Sitzplätze auf dem Außendeck, gucken ab und zu nach, wie nah die Kreidefelsen von Dover schon rangerückt sind und genießen Sonne und blauen Himmel und Luft. 

Durch die ganze Uhrumstellerei vergess ich immer darauf zu achten, wie lange die Fährfahrt eigentlich dauert, aber: Wieder nicht geschafft. So ungefähr zwei Stunden sollten das sein.

Von der Fähre runter, Ortszeit 11:45 Uhr, genieß ich den Luxus, dass der Reisegefährte sich nicht nur bestens auskennt, sondern seit Jahrzehnten locker vom Continental Drive mit dem Continental Car auf Linksverkehr wechselt. So kann ich tatsächlich noch ein gutes Stündchen schlafen, bis wir einen äußeren Londonrand erreicht haben. Ab da bleib ich wach, damit es dem Fahrer leichter fällt. Und weil es so viel zu sehen gibt. Leute, Häuser, Läden, Ausblicke aufs Zentrum, Busse, Räder, und und und. Der innerstädtische Verkehr macht die Angaben des Navis zunichte. Egal. 

Gegen 14:00 am Hotel in Southwalk angekommen. Leider hat sich die Policy für die drei Parkplätze neben dem Haus geändert, aber zum Glück findet sich zumindest für dieses Mal eine Kompromisslösung und wir müssen nicht ins Parkhaus. Ins Zimmer können wir noch nicht: egal. 

Im Pub an der Ecke gibt es ein erstes landestypisches Getränk (Ale und Ginger Beer) und eine kleine Stärkung (Scotch Egg und handgemachte Fritten) zum Ankommen und Pläne schmieden.

Bis um 22:00 Uhr laufen und tuben wir durch die Stadt, immer mal gegen eine gewisse Erschöpfung ob des langen Tages ankämpfend, vor allem aber fasziniert und guter Dinge. Ich sehe erstmalig den toll überbauten Innenhof des Britisch Museums, wir schauen den Rosettastein an, genießen die Atmosphäre in der durch die Überdachung entstandenen großen, lichten Halle, freuen uns am kostenfreien wifi und dem Willkommenssatz an einigen Stellen im Haus. Ach, wer könnte von der Einstellung nicht alles lernen. 


Ein sehr netter Buchladen und ein kleines  vietnamesisches Restaurant verschönern den schönen Nachmittag und Abend. Und immer, wenn einer grad nicht mehr kann, hat der andere was Schönes gesehen oder ne gute Idee für diesen langen Anreiserag.

Um 22:00 Uhr schließlich im Hotel, im Laden nebenan noch mal Wasser gekauft, Bilder gesichert, den Weg für morgen früh ausgespäht und dann abgehangen, statt früh ins Bett zu gehen. Das passiert ja gerne, dass man ausgerechnet an so einem Tag die Kurve nicht bekommt. Jetzt rattern sieben Stockwerke unter uns die S-Bahnen lang, ich schreib noch diese Zeilen und freu mich sehr auf den morgigen Tag in London.

Übrigens probiere ich hier in London Snapchat mal was intensiver aus. Wer da angemeldet ist und Interesse hat: Ich bin dort als oecherin zu finden.

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