Nach der Beerdigung. (361/366)

Dreihundert Leute waren heute sicher da, vielleicht auch mehr, um Anteil zu nehmen und diesen schweren letzten Weg mitzugehen. Was ich so noch nicht oft erlebt habe: Für den Weg durchs Dorf zum Friedhof hatte der Trauerzug eindeutig Vorfahrt. Die Autos stauten sich.

Für euch drei war es der schwere erste Weg alleine. Auch wenn wir alle da waren. Eine fehlte. Und fehlt weiterhin, wenn es nun langsam ruhiger um euch wird. Wir andern gehen langsam zum Alltag über, mit einer Narbe mehr, gezeichnet von diesem plötzlichen, heimtückischen Tod.

Nur ihr habt keinen Alltag, in den ihr zurückkehren könnt.

Ich denk weiter an euch und wünsch euch Kraft. Dass ihr trauern könnt, miteinander redet, einander unterschiedlich trauern lasst und langsam, im euch gemäßen Tempo irgendwann wieder wahrnehmt, was es außer eurer Trauer noch gibt.

Die Wunde bleibt, selbst falls sie irgendwann vernarbt sein sollte. Die Wunde bleibt. Und das Leben auch.

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