Am Abend der Schießerei in München (22.7.2016)

Ich arbeite am Abend. Am Rande bekommen wir mit, dass es in München eine Schießerei und Tote gibt. Auf dem Heimweg gegen 23:00 Uhr höre ich im Radio, dass sehr viel unklar ist, die Täter flüchtig, die Stadt lahmgelegt. 

Mir geht durch den Kopf, dass Terror sich doch einfach anders anfühlt, je näher er rückt. Völlig egal, von wem die Gewalt, die den Alltag von Menschen überfällt und Leben kostet, ausgeht. Und dass sich trotzdem für mich nichts verändert in meiner Haltung zur Freiheit, unserer Demokratie, zur Unvoreingenommenheit jedem Menschen gegenüber, zum Glauben an die Liebe. 

Vorsichtig öffne ich Zuhause Twitter und fürchte mich vor Nachrichtenkanälen, die schon über Schuldzuweisungen diskutieren und selbst vor zurecht empörten Retweets, die Fremdenhass-Äußerungen und Vorverurteilungen sichtbar machen. Ich will das nicht sehen.

Stattdessen atme ich auf und bin erstmalig dankbar für diese Twitter-Edition „Was du verpasst hast, dich aber interessieren könnte“. Denn da sind aus meiner Timeline genau solche Tweets gesammelt, die es für mich auf den Punkt bringen. Und auf die Aktion #offenetuer / #opendoor aufmerksam macht, mit der Privatleute in München gestrandeten Menschen anbieten, vorbeizukommen.

Beruhigt mache ich Twitter und das Internet wieder zu: Die Gewalt ist schrecklich. Die Welt ist besser. 

Love is our resitance!
Again and again. @maerys






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2 Gedanken zu „Am Abend der Schießerei in München (22.7.2016)

  1. nurmalich

    Ich habe kein twitter oder facebook, habe die Entwicklung in ARD ud ZDF verfolgt.
    Unfassbar, was geschehen ist,
    Unfassbar auch wie Journalisten meinen, sie müssten immer wieder Fragen stellen, auf die es so schnell gar keine Antworten geben kann.
    Da ist der Überblick über die tweets (der auch im Fernsehen so ähnlich zitiert wurde wie bei deiner Auswahl) wirklich ein gutes Zeichen dafür, dass die Welt – wie du es schreibst – doch besser ist als die Gewalt.
    Ich wünsch dir eine gute Nacht!

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