Tis The Season To Be Jolly

Hier gibt es seit ein paar Tagen formidablen Weihnachtskaffee und die Reibekuchen-auf-dem-Weihnachtsmarkt-Premiere liegt auch schon zwei Tage zurück. Mit dem 1. Advent fängt morgen ein neues Kirchenjahr an, 35 Tage vor dem gängigeren Kalenderwechsel. Ich mag diese Art Anfänge. Und ich mag auch, wie sie sich im Laufe meines Lebens verändert haben. Es gab Zeiten, da wäre ich vor dem Advent sicher nicht auf den Weihnachtsmarkt gegangen. Inzwischen brauche ich diese Abgrenzung Gottseidank nicht mehr, um mich als Christin auf Weihnachten freuen zu können. Ich mache mir auch kaum noch Stress, das oft höhere Tempo der Vorweihnachtszeit zu verurteilen und mich nach Stille und Besinnung zu sehnen: Einerseits liegt es ja im Wesentlichen an mir, welche Termintaktung ich vor mir habe. Andererseits habe ich geübt, besondere Momente wahrzunehmen, wenn sie da sind. Und das gelingt zum Glück häufiger, als mich in diesen Momenten danach zu sehnen, dass sie bitte länger dauern und häufiger vorkommen sollen.

Also beginnt jetzt dieser Advent in allen möglichen Varianten. Kinder spielen schon mit Weihnachtskrippen und haben so die Chance, die Geschichten rund um dieses Ereignis mehr als einmal zu hören. Schön. Menschen, die auf Weihnachtsmärkten, in Kauf- und Versandhäusern arbeiten, leben wahrscheinlich auf den Feierabend ohne Weihnachtskram hin und erst recht darauf, dass die Saison vorbei ist. Chormitglieder und andere Musiker_innen haben ihre ersten Male mit klassischen Weihnachtsmusikstücken längst hinter sich, mindestens probehalber. Texte und Lieder meiner Kirche haben bis Weihnachten große Themen im Programm. Hoffnung, dass schweres Leid ein Ende haben wird oder ungerechte Zustände nicht die Oberhand behalten, hat mehr Schwarzbrot- als Spekulatiusanteile und passt mit beidem gut in diese Welt im Jahr 2016.

Ich werde wie jedes Jahr ein bisschen von dem Neuanfang überrumpelt: Immerhin die vier Adventskerzen sind schon gekauft. Wer in unsere Wohnung kommt, sieht sonst noch nichts Vorweihnachtliches. Aber da der Adventsbeginn definitiv auf meiner inneren Uhr eine Zäsur darstellt, werd ich ab heute adventsbloggen. Ich nehm den Advent als Vorzeichen für das, was ich täglich schreiben werde. Wahrscheinlich kommen Erinnerungen drin vor und recht unterschiedliche Musikstücke, vielleicht auch mal was ausdrücklich Biblisches und nächsten Samstag definitiv Weihnachtsplätzchen. Und Alltag sowieso.
Zuletzt habe ich aus verschiedenen Gründen täglich sehr selten mehr als 18 Worte geschrieben: Das wird ziemlich sicher anders. Ich freu mich auf diesen Advent.

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