Erster Wintermorgen

Raureif, kalte klare Luft, blauer Himmel, Morgenrot am Horizont. Ich lass die Katzen raus und geh ein paar Schritte auf die Terrasse. Barfuß. Mit Bettwärme kein Problem, mit Faszination erst recht nicht: Ich will diesen schönen Wintermorgen komplett um mich rum haben, ein paar tiefe Atemzüge nehmen.
Beim Aufbruch zur Arbeit sieht es immer noch märchenhaft schön aus, draußen. An einer Lieblingsstelle halt ich kurz an: Die Sonne lugt grad über den Horizont und der Ölberg wird von der Seite angeleuchtet. Das möchte ich nicht nur im Rückspiegel sehen, sondern kurz richtig angucken. Und fotografieren.

Nur zwei Kilometer weiter verlass ich die Höhe des Pleiser Ländchens und fahre durch den Wald nach Bonn ins Rheintal hinab und sehe schon ganz bald kaum noch die nächste Straßenkurve: Dichter Nebel hat die Gegend im Griff. Auf der Bonner Südbrücke riskier ich einen Blick nach Süden. Ich kann nicht nur den Drachenfels nicht sehen, auch der Rhein liegt unter dickem Nebel.

Das Phänomen kenn ich. Aber es fasziniert mich heute wieder neu. Wahrscheinlich weil es sich oben zum ersten Mal wie Winter anfühlte und so wunderschön aussah. Und durch den Tag hindurch, der auch im Tal noch sehr schönes Wetter abbekommt, sag ich mir einige Male: Der Nebel ist nie die ganze Realität. Oft sind es nur ein paar Höhenmeter und alles sieht ganz anders aus.

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