Dezembermorgen

Früher als sonst zur Arbeit unterwegs. Nicht mehr ganz Nacht, aber eindeutig noch nicht Tag. Spiegelnde Lichter am Rhein von der Beueler Promenade. Lichter in den Wohnhäusern auf der anderen Flussseite: Einige Menschen, die dort leben, sind noch nicht unterwegs. Ich bin spontan ganz verliebt in den ganz langsam schwarzdunkelblau werdenden Himmel und die Lichter auf den Straßen und in den Häusern.

Ich müsste mal um die Zeit hier mit Kamera unterwegs sein, am besten auch mit Stativ, denk ich, und überlege, wann das wohl möglich wäre und dass es dann bitte so klar sein soll, wie heute Morgen. 

Nicht verschieben! Jetzt auskosten, was möglich ist, ruft wer in meinem Hirn dazwischen. Jetzt geht aber nix. Geht nix? 10 Minuten später bin ich dienstlich unterwegs zur Bäckerei. Immer noch kein Morgenrot, immer noch wenig Leute, der Markt vor dem Bonner Rathaus im Aufbau. Jetzt auskosten, was möglich ist. Ich sehe weiterhin Morgenstimmung und Lichter und mache eben jetzt ein paar wenige Schnappschüsse. Weil auf meinem Weg eine Tür verschlossen ist, muss ich durch eine Kirche gehen, die mir zwei tolle Motive schenkt. Für das alles, ungelogen, nicht mehr als 5 Extraminuten. Morgens hab ich selten Zeit zuviel.

Den ganzen Tag gehen die sehr schönen Momente des Morgens mit. Die nimmt mir keiner. Die Fototour am Morgen? Bleibt wahrscheinlich eine Idee. Macht nix.



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