Gut genug (Kirche in WDR 2 und 4)

Als unsere Spülmaschine vor einiger Zeit kaputt gegangen ist, hat sich nicht nur das Geschirr in der Spüle gestapelt. Auch mein Kopf hat sich mit Details gefüllt, die da vorher nicht rumlagen. Stichwort: Warentest. Vergleichsdaten von Spülmaschinenmodellen, Wasserverbrauch und Energieeffizienz.Die Daten sind durch meinen Kopf geschwirrt. Für die teure Anschaffung, die doch bitte mindestens das nächste Jahrzehnt unauffällig den Alltag erleichtern soll – fast wäre ich dafür zur Fachfrau geworden. Mein Mann, der parallel dazu forschte, hat es irgendwann auf den Punkt gebracht: Es muss nicht die beste aller möglichen Spülmaschinen werden: Gut ist gut genug.
Also haben wir uns auf einen Preisrahmen verständigt, niedrige Verbrauchswerte waren uns wichtig und eine Besteckschublade. Alles andere hat uns dann der Fachmann im Elektroladen des Vertrauens empfohlen. Und gut war gut genug.
Die Spülmaschine läuft mittlerweile. Problem beseitigt. Was bleibt, ist dieser Satz von meinem Mann: Gut ist gut genug. Ich fand, der passt prima zum Leben. Es muss nicht alles perfekt sein. Die Urlaubsunterkunft, mein Körper, die Kollegen, das Wetter. Nicht erst das Beste ist grad gut genug, sondern das, was gut ist, reicht oft schon.
Ganz im Sinne der Geschichte von der Erschaffung der Welt, wie sie am Anfang der Bibel erzählt wird: Gott sah, dass es gut war. Heißt es da. Wie klug. Von Perfektion ist da nicht die Rede.
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