Vom dritten Baumspaziergang (25.3.2017)

Nach sieben Wochen war ich heute schließlich wieder auf meiner Baumrunde. Ich habe oft dran gedacht und hier und da auch Zeitfenster ausgemacht, aber dann hat es doch nicht gepasst. Schön, dass ich jedenfalls entschieden war, den Baum nochmal aufzusuchen, bevor er blüht und grünt. Das passte heute noch.
Nach ein paar hundert Metern unterwegs lachte mich das erste Fotomotiv an: Alte Obstbäume vor blauem Himmel mit dicken Knospen. Da stellte ich fest, dass in der Kamera keine Speicherkarte war. Grmpf. Sie noch zu holen dauerte mir eindeutig zu lang. So ging ich zügig und grinsend weiter und merkte, dass ich mich spontan darauf freute, wie das Unterwegssein wohl nun werden würde.
Ich ging auf alle Fälle zügiger und mit einem anderen Blick: Ein Smartphone mit Kamera hatte ich schon noch dabei. Das taugt jedoch nicht fürs Näherholen entfernter Motive und hat außerdem einen unzuverlässigen Akku. So war schonmal klar, dass ich bis zum auserkorenen Baum nicht viel fotografieren sollte, um einen vorzeitigen Totalabsturz zu vermeiden.
Es fühlte sich gut an, auch so unterwegs zu sein. Ich hätte mich zu andern Zeiten darüber ärgern können. So schmunzelte ich vor mich hin, nahm es, wie es war, und machte im Hinterkopf mit mir eine Verabredung Mitte der kommenden Woche klar, mit einsatzbereiter großer Kamera erneut loszuziehen.

Das Zweitschönste an diesem Spaziergang neben dem heiteren Weitergehen ohne Speicherkarte war, die offiziellen Wege zu verlassen. War das da zwischen den beiden Feldern ein Weg oder nicht? Heute war es trocken genug, es auszuprobieren.
Es war kein Weg.
Aber an seinem Ende leuchtete ein Baum.
Und vom Nicht-Weg traute ich mich auf eine Wiese und ging ganz schön weit einen Hügel hinunter, bis ich sehen konnte, ob ich ohne Kletterei und ohne über frisch bearbeitetes Feld zu müssen, zurück zur vertrauten Route kommen würde. Ich nahm dafür einen ganz schön weiten Rück-/Umweg in Kauf. Bergauf auch noch.
Aber es klappte. Der Zaun war an einer Stelle offen, und so war es ein tolles kleines Abenteuer jenseits der bekannten Wege mit Ausgang nach vorne. Sonst wäre es ein tolles kleines Abenteuer jenseits der vorgesehenen Wege gewesen, das mir noch einen ja auch nicht bekannten Rückweg beschert hätte. Ach, ist positives Denken und Fühlen und Ausprobieren toll, wenn es da ist! Ich feiere das sehr, weil ich das zu Zeiten meines Lebens nicht so gut konnte.

Hier ein paar Bilder von meinem heutigen Weg.

 

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