WmdedgT, Juli 2017

Frau Brüllen möchte wissen: Was macht du eigentlich den ganzen Tag (Wmdedgt)? Hier sammelt sie die Antworten vom 5.7.2017.

Der Tag beginnt mit dem Ende des vorherigen: Erst um 2:00 Uhr bin ich Zuhause. Das Grillfest, das gestern zu meiner Arbeit gehörte, endete, so schön es auch war, endlich gegen 1:00 Uhr, gegen 1:30 Uhr sind auch die allerletzten notwendigen Aufräumarbeiten erledigt, dann fahre ich nach Hause. Der Reisegefährte ist unvernünftiger aber netter Weise noch wach. Gegen 2:30 Uhr dürfte ich, hundskaputt und zufrieden, eingeschlafen sein.

Gegen 8:00 Uhr werde ich sehr freundlich daran erinnert, dass ich aufstehen wollte. Nach Wecker und Katzen braucht es noch eine menschliche Stimme, damit die Botschaft zu mir durchdringt. Trotz kurzem Schlaf geht dann aber alles schnell und erstaunlich frisch: Dusche, anziehn, den Mann nochmal in der Küche treffen, Katzen füttern, selber frühstücken, Katzen raus und rein und wieder raus lassen, den Arbeitslaptop anschmeißen und ein paar Dinge erledigen.

Dann geht es zur Physiotherapeutin, die mir die erste Fangobehandlung meines Lebens verabreicht (hui ist das warm!) und mich danach so viel ausführlicher abcheckt als der Arzt am Freitag und mit der manuellen Therapie schon ein paar Knoten lockert. Nach zwei nicht so erfreulichen Praxiserfahrungen der letzten Jahre bin ich sehr froh, inzwischen eine gute Adresse zu wissen, wenn ich denn diese Art Heilbehandlung brauche.

Wieder angezogen fahre ich kurz zur Tankstelle und dann etwas länger nach Aachen. Schön, bei schönem Wetter in klimatisiertem Auto unterwegs zu sein. Ich höre in den Radionachrichten, dass der emeretierte Kölner Kardinal Meisner gestorben ist. Seit meinem Studienbeginn in Bonn war er eine feste, durchaus ambivalente Größe in meiner Kirchengeschichte. Am Tag seines Todes denke ich an das entspannteste Treffen, das ich mit ihm hatte. Er besuchte ein Gefängnis, während ich dort ein Seelsorgepraktikum während meines Studiums machte. Und er kam ganz unkompliziert in den Kontakt mit einigen Gefangenen, so dass einer am nächsten Tag sagte: „Der war cool, der Bischof da. Wie hieß der noch genau? Und kannst du mir seine Adresse geben? Dem will ich nochmal schreiben.“

In Aachen angekommen, parke ich das Auto am Ort des Diensttermins vom Nachmittag und nutz ein Dreiviertelstündchen, bevor dieser losgeht, um meinen jüngsten Neffen endlich mal zu treffen: Der wird schließlich morgen schon 5 Wochen alt. Der Gute schläft im Tragetuch bei seiner Mutter. Okay, angucken muss ich dann später mal. Aber: Wie schön, in Ruhe viel aus den ersten Wochen des Kindes und seiner Familie zu hören.

Ich laufe 10 Minuten zum Arbeitsort zurück und verbringe die nächsten zweieinhalb Stunden bei einem Teamtreffen, für dessen Moderation ich heute zuständig bin, da ich letztes Mal Protokoll geschrieben habe.

Dann ist mein Arbeitstag um 16:30 Uhr, abgesehen von der Rückfahrt nach Bonn, auch schon vorbei. Auf acht Stunden komme ich heute nicht, aber nach dem 15-Stunden-Tag gestern passt das schon.

Die Heimfahrt geht jedoch erst kurz vor 21:00 Uhr los: Ich treffe bei einem guten alten Freund weitere geschätzte Menschen, einen Lesekreis, dem ich heute außer der Reihe was von meinen Internet-Welten erzähle. Danach quatsche ich mich höchst nett mit dem guten alten Freund fest und mache mich anschließend auf den Heimweg.

Von unterwegs telefoniere ich mit dem Reisegefährten via Freisprechanlage des Autos und wir erzählen schon ein wenig vom Tag.

Mein Weg führt im Wesentlichen nach Osten, so kann ich den Sonnenuntergang in den Rückspiegeln beobachten, der heute einen riesigen dunkelroten Ball hinter den Horizont fallen lässt. Und vor mir steht der Mond am blauen Himmel. Hach, sowas lieb ich ja.

Um 22:00 Uhr komme ich Zuhause an, nehme Ladekabel und dienstlichen Schrankenschlüssel aus dem Auto mit in die Wohnung, da ich morgen mit dem Reisgefährten fahre. Und freue mich, dass mir das Mitnehmen dieser Dinge nicht erst morgen früh wieder einfällt und dann wichtige Minuten kostet.

Ich mache schnell eine Maschine Wäsche an mit Kleidungsstücken, die Freitagmorgen sauber und trocken sein sollen. Dann bastel ich mir ein spätes Abendbrot zusammen (Avocado, hartgekochtes Ei, kleinen Reisgericht-Rest, kalt verzehrt, und eine Scheibe Toastbrot), weil ich realisiere, dass ich Hunger habe. Der Reisegefährte setzt sich zu mir.

Jetzt schreibe ich schnell diesen Beitrag hier (und dann, und dann, und dann noch..), packe Geschenke für das morigige Geburstagskind ein, hänge gleich noch die Wäsche auf, singe um 0:00 Uhr Happy Birthday und schlafe hoffentlich bald danach tief und fest.

 

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Ein Gedanke zu „WmdedgT, Juli 2017

  1. Eva

    Guten Morgen,
    was ist denn das für ein Lesekreis. So ein richtiger Bücher-Im-Sinne-von-Roman-Lesekreis? Klingt interessant…!

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