Archiv des Autors: Oecherin

Abwendung einer Waffelkrise

Als Aachenerin war es mir ein Anliegen, meinen Gästen Lütticher Waffeln anzubieten. Die werden mit Hefeteig zubereitet und sind außen krosser und innen fluffiger als die hierzulande üblicheren. Vor Wochen hatte ich ein vertrauenerweckendes Rezept gefunden, und alle Zutaten waren im Haus. Aber danach ging nichts mehr wie geplant. Freitagabend fand ich für die Teigzubereitung zu früh und war mit Aufräumen und der Zubereitung von Sonnenblumenkernbutter, Knoblauchbutter und Schafskäsepaketen für den Grill ausgelastet. Samstagmorgen hab ich dann leider verschlafen, wollte den Erdbeer- und Broteinkauf weiterhin erledigen, bevor es überall voll wurde und erfuhr dann, dass Gastpartie 1/3 eine Stunde früher als geplant am Bahnhof stehen würde. Also unmittelbar sozusagen. Da war plötzlich keine Zeit mehr für einen Hefeteig. Upps. 

Rettung in der Not: Meine Ecke im Internet. Wenn schon kein Experiment am lebenden Gast mit Erstversuch Hefeteig-Waffeln, dann musste ein Expert_innen-Rezept her, das auch bei aufkommendem Stress funktioniert. Wer will sich da zu einem Spezialthema wie Waffelteig auf die Suchmaschinenlotterie verlassen und bei unzähligen Vorschlägen bestimmt den falschen erwischen. Wie toll also, aus der Gruppe der Lieblingsblogs sofort Frau Nessy, die Waffelexpertin präsent zu haben und schnell ihr bewährtes Rezept nachbauen zu können. 

Dass dann Gästepartie 2/3 zwei Stunden auf totalgesperrter A4 stand und Gästepartie 3/3 auch aus Verkehrsgründen 120 Minuten später kam und ein Hefeteig sowas von hätte gehen können: Egal. Die Waffeln (mit Erdbeeren und oder Eis und oder Sahne) waren köstlich und reichten locker für neun Erwachsene und drei Kinder. Und der dann eher späte Nachmittag im Garten mit allen zusammen war auch sonst noch sehr schön. 

Anders

Zuerst wollte ich groß feiern, dann gar nicht, dann doch ein kleines bisschen mit engster Familie. Und in den sechs Tagen seit Einladung hat sich das Karussell noch ein paar mal gedreht: Die beiden ältesten Freundinnen kommen dazu und von der Familie fast niemand mehr und ohne den Reisegefährte und einen sechs Monate alten Jungen würde es glatt ein Mädchen-Frauen-Nachmittag. 

Wie es ist ist es gut, besonders wenn ich den Liebster-wir-müssen-heute-Nacht-renovieren-denn-morgen-kommen-Gäste-Stress gleich noch ablege. 

Erfreulichkeiten am 21.6.2017

Unvernünftig sein und das schwarze Auto bei 34 Grad für fünf Stunden auf einem Parkdeck abstellen, statt in den Keller zu fahren.

Kolleg*innen treffen, mit denen es einfach gut ist.

Nach fünf Stunden im Auto heißen Ingwertee vorfinden.

Die Klimaanlage des Autos.

30 Minuten Freizeit vor dem Abendtermin. Nixtun.

Nach x schwierigen Kontakten mit einer Person das erste normale Gespräch führen und mit leuchtenden Augen nebeneinander sitzen, während man über gemeinsame Bekannte spricht.
 
Offene Worte in großer Runde an unerwarteter Stelle, verbunden mit der Erkenntnis, dass in dieser Kirche wirklich nicht alles den Bach runtergeht.
 
Den längsten Tag dann noch in der späten Dämmerung gebührend genossen. Zusammen mit den ersten Glühwürmchen und Fledermäusen des Jahres. 

Erfreuliches vom 19.6.2017

Der Jetlag will auch am zweiten Tag zuhause nicht auftauchen. Moment, es sind noch keine zwei Tage, seit ich zurück bin. Hehe. Aber es geht mir gut, trotz langem Arbeitstag und nennenswerter Zeit auf der Autobahn.
Nach den ersten zwölf Stunden ohne einander ist das Wiedersehen mit dem Reisegefährten besonders schön und der Abend entspannt. Wir stehen zusammen kichernd hinter der Katze, die vorm großen Monitor auf dem Schreibtisch sitzt, auf dem ein paar kurze Videosequenzen aus dem Urlaub laufen. Die Katz verfolgt Fuchsbabys aber auch Rotwild mit dem Kopf und versucht, sie mit der Tatze zu erwischen.
Das kann ja bei der Bildbearbeitung noch heiter werden.

Vorfreude auf den morgigen Tag, und das will etwas heißen, hab ich doch sicher mehr als die Hälfte meiner Wiegenfeste mit meinem Geburtstag gefremdelt. Aber wie soll sich eine nicht freuen, wenn einer geschäftig um sie rumwuselt, den Blick in den Kühlschrank verbietet und anscheinend ein Frühstück vorbereitet, weil beide am Abend weg sind. Hach. Schnell schlafen, damit es Morgen wird.