Archiv der Kategorie: Garten

Wettlauf

Und immer noch wachsen und blühen die Sonnenblumen, deren Kerne die Gartenvögel nicht fraßen. Wahrscheinlich war das nicht.

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Blogstatus (Notizen vom 23.10.16)

Es sammelt sich grad viel, was geschrieben werden will. Doch statt des Tropfens, mit dem das Fließen der Wörter beginnt, tauchen neue Themengefäße auf, die bis kurz unter den Rand volllaufen. Und so weiter. Fast möchte ich über diesen anstrengenden Zustand die Tagesnotizen sein lassen, da statt der 18 Worte so viel mehr dort stehen soll. Aber ich lasse diese Gewohnheit nicht, nein. Wo käm ich hin? Das will ich nicht wissen. Ich will schreiben, schreibend denken, ich will erzählen, Erlebtes sortieren, Eindrücke festhalten, Momente bebildern. Ich werde es tun. Und das wird eher etwas werden, wenn ich täglich mindestens 18 Worte aufschreibe.

Dass es gar nicht viel braucht, damit es ins Fließen kommt, hab ich heute nochmal bei einer anderen Lieblingsbeschäftigung gemerkt: Als der Himmel blau und die Herbstfarben im Garten unverschämt waren, kam ich mit keinem Fuß vor die Tür. Als ich etwas später eine Katze rausließ, lief ich wie selbstverständlich hinterher, wusste, welches Motiv ich in dem Moment ansteuern wollte, machte Handybilder, die mir gefielen, holte trotzdem die Kamera, die nicht weit weg war, und ließ mich von Moment zu Moment zu Motiv und Motiv treiben, mit wenigen Schritten nur, den Garten nicht verlassend. Und nun freue ich mich sehr an den Bildern aus diesen zehn Minuten.

Das wird mit dem Schreiben. Das wird.

 

 

Vogelfutter (Kirche im WDR)

Ich hab sie als Kind mit dicken Buntstiften gemalt und liebe sie, solange ich denken kann: Sonnenblumen. Bei Sonnenblumen geht mir das Herz auf, wie bei wenigen anderen Blumen. Sie haben eine tolle Farbe, selbst wenn die Sonne nicht scheint. Und schon eine einzige davon in einer Vase erfreut mich tagelang. An Schönsten sind sie allerdings im Freien, besonders im eigenen Garten. Wobei: Sonnenblumen im eigenen Garten haben ja einen großen Nachteil: Man muss sie aussähen, am besten vorziehen, auspflanzen und regelmäßig gießen, bis sie zu der robusten, großen Blume werden, die ich so liebe. Ich gestehe: das ist alles nichts für mich. Ich habe erstens keinen grünen Daumen. Und zweitens: Wie schön es wäre, Sonnenblumen im eigenen Garten zu haben fällt mir jedes Mal erst wieder ein, wenn sie im Nachbargarten schon gut einen Meter hoch sind. Und dann ist es zu spät, Sonnenblumenkerne in die Erde zur drücken. Aber hier kommen mir seit geraumer Zeit die „Vögel des Himmels“ zur Hilfe. Denn: Seit einiger Zeit füttern mein Mann und ich ganzjährig die Vögel in unserem Garten. Die natürlichen Futterquellen werden leider immer weniger, also kann man auch zu allen Jahreszeiten Vögel mit zusätzlichem Futter unterstützen. Und zu meinem Glück sind in den Futtermischungen immer auch Sonnenblumenkerne dabei. Und ein paar davon, schaffen es tatsächlich, zu großen Blumen heranzuwachsen, ganz ohne vorziehen, auspflanzen, und alle anderen Gärtner-Sorgen. Da ist auf die Vögel und das Vogelfutter Verlass. Und nach der Blüte gehen die Vögel ran und picken die Sonnenblumenkerne aus ihr heraus. Und so wachsen immer Sonnenblumen in unserem Garten. Und wenn ich dann, wie jetzt, eine dieser Sonnenblumen blühen sehe, dann freue ich mich diebisch und denke an den Satz, den Jesus damals in der Bergpredigt gesagt hat: „Sorgt euch nicht um euer Leben. Seht die Vögel des Himmels, sie sähen nicht, sie ernten nicht. Und der Herr sorgt für sie.“ 

Das sind ja bis heute schöne Worte. Leider ist das meist mit der Umsetzung nicht ganz so leicht. Selbst die Vögel des Himmels haben nicht mehr ganz selbstverständlich alles, was sie brauchen. Aber indem mein Mann und ich etwas mitsorgen für sie, helfen die Vögel uns ganz beiläufig, mein Herz mit meinen Lieblingsblumen zu erfreuen. 

Vielleicht ist es doch gar nicht so dumm, ein wenig Vorsorge zu betreiben, um sich um die großen Sorgen keinen Kopf machen zu müssen.

(Audio dieses Beitrags für Kirche in WDR 2 vom 9.8.2016)

Notizen vom Sonntag (3.7.2016)

Und am Sonntag ruhte sie und ließ die to-do-Liste weitgehend links liegen. Stattdessen pflückte sie Johannisbeeren, Kirschen und Himbeeren, blätterte auf dem Bildschirm durch alte Fotos, kraulte Kater und Katze, ließ sich begrillen und machte Fotos im Garten. Das Aufregendste des Sonntags war die Fotosession am Lavendel mit der Herausforderung, eine der dort zu Abend essenden Spezies im Flug im scharfen Bild zu erwischen. Das gelang nicht, wurde aber mit der Zeit zweitrangig: Die Schönheit der Blüten und der Tiere und der Farben und Formen ließ sie nahezu andächtig werden.

Notizen vom Samstag (2.7.16)

Nicht jeder freie Wochenendtag fühlt sich am Ende so gut an wie dieser. Oft nehm ich mir zu viel vor und bin am Abend unzufrieden. Heute war der Plan realistisch und beinhaltete die Pausen gleich mit. Und das EM-Viertelfinale gab dem Tag den aufregenden aber freundlichen Rest.

Ich war viel im Garten, hatte eine sehr entspannte Mähzeit, da zweimal von leichtem Nieselregen unterbrochen. Der hielt mich nicht davon ab, einige Büsche zu beschneiden und ein paar Wolken zu fotografieren.

12 von 12 im Juni (358/366)

Wie viele andere mache ich, wenn mir danach ist, am 12. des Monats 12 Bilder im Laufe meines Tages und verblogge sie. Viele andere, die dies tun, sind wie mein Beitrag hier gesammelt und verlinkt.

Ein Sonntag mit liebem Besuch, an dem ich recht früh aufstand, erstmal die Katzen lüftete, bevor ich sie fütterte, dann Sonnenblumenkern-Sojasaucen-Butter fürs mittägliche Grillen machte und gegen 9:00 Uhr meinen ersten Kaffee trank.
Als alles für die Gäste bereitet war, steckten die irgendwo am Rand der Radstrecke des Bonner Triathlon fest und die Katze meinte so etwas ähnliches wie: „Ist doch egal, wenn keiner kommt. Hauptsache, ich hab es nochmal schön und gemütlich, statt immer nur auf der harten Holzbank zu liegen.“
Zum Menschenglück schafften es die Gäste bis zu uns. Dass der Alte Oecher nach einem guten Jahr nochmal hier war, war das Wunderbarste: Wer hier mitliest, weiß, dass es zwischenzeitlich nicht danach aussah.
Die Stunden mit den Gästen verflogen viel zu schnell, um Bilder zu machen. Dafür bot sich dann der große Spülberg an.
Ich machte eine kleine Fototour durch den Garten (na, genau genommen musste ich noch was einsammeln) und stieß verdächtig häufig auf die Farbe Rot. Das wird noch lecker, sag ich euch.
Rot ging es auch weiter, als ich mir die Trikots der Schiedsrichter des EM-Spiels Deutschland gegen die Ukraine betrachtete. Zum  Glück gab es sonst nichts Rotes im Spiel zu sehen.
Leider musste ich nach dem Spiel noch mal an den Schreibtisch. Gut, wenn man Nachteulengene hat. Und mindestens die Katze mit der leuchtenden Schwanzspitze meist mit aushält.
Aber jetzt: Gute Nacht.

351/366

Wegen anderer Wochenendpläne und nach dem vielen Regen war unsere Wiese wieder wie irre gewachsen. Ich lieb das sehr, mit allen Gräsern, Butterblumen und Gänseblümchen, inzwischen auch dem ein und anderen Klee. Aber es nutzt nix: Das Mähen wird immer nur noch mühsamer, je länger ich warte. So hab ich mich heute Abend schweren Herzens durch die Wiese gekämpft. 

Für zwei Tage nach dem Mähen mag ich dann sogar die Illusion des grünen Teppichs im Garten, freue mich aber noch mehr, wenn es wieder gelb und weiß hervorsprießt.

Hängematte (340/366)

Ich habe eine Hängematte und habe sie heute benutzt. Es war das erste Mal in diesem Jahr. Und es war wunderbar, einen Meter überm Boden leicht hin und herzuschaukeln, Äste, Blätter und Himmel zu betrachten, diversen Vögeln zu lauschen, Nachbarn reden & lachen zu hören und mich leicht, wohl und aufgehoben zu fühlen.
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immer jetzt (318/366)

Es brach mir das Herz, als ich in einer Mähpause auf der Gartenbank saß, Vogel- und Nachbarngeräusche hörte, vor allem aber die Sonne und die Blüten und die Bäume mit Blüten und den Himmel genoss. Wie bekloppt, genau jetzt wegzufahren. Hätte ich mir doch denken können, dass ich erschöpft bin, dass das Wetter erstmals toll wird und der Garten immer noch spektakulär ist. Wie konnten wir nur auf die Idee kommen, woanders sein zu wollen. 

Aber: von wegen. Aufs Wetter kann keiner wetten. Und ob so ein Wochenende dann wirklich entspannt wird oder ich mir andern Stress mache, da gäbe ich selber keine Garantie drauf. 

Also blieb mir nichts anderes, als zu grinsen, die innere Unzufriedenheit zu verbannen und den Moment noch was zu verlängern und ganz auszukosten. Die Meisen am Nistkasten zu beobachten, Tulpen, Wiesenschaumkraut und Gänseblümchen in der Sonne zu bestaunen und mich an Kirsch- und beginnender Apfelblüte vor blauem Himmel schibbelig zu freuen. 

Im Augenblick leben. Ist nicht leicht, fühlt sich aber, wenn es gelingt, ziemlich gut an.

308/366

Ich mag dieses Aprilwetter. Schließlich schaff ich manchmal selber auch drei bis vier Jahreszeiten an einem Tag. 

Und ich muss natürlich an meinen Lieblingsnationalpark Yellowstone denken. Man sagt, dass es dort jeden Tag im Jahr Schnee geben könne. Und im August und im September haben wie das jeweils schon mal für einen Tag erlebt, auch wenn vorher und nachher warmes Wetter mit blauem Himmel war.