Archiv der Kategorie: Katzensachen

Stromausfall

7:00 Uhr. Während einer unter der Dusche steht, erlischt plötzlich nicht nur das Licht in Bad und Flur. Die Hauptsicherung fliegt raus. Kein guter Moment. Das Wasser strömt unverändert, doch läuft es einem heiß und kalt über den Rücken. Was mag die Ursache sein? Mit etwas detektivischem Geschick lässt sich die Ursache auf zwei Räume eingrenzen. Das Bad bleibt unter den Verdächtigen. Kann da irgendwie Wasser an Strom…, aber wo und warum um Himmels willen? Also steht eine am Sicherungskasten und der andere probiert alle sichtbaren Stromabnehmer aus. Der Fön und die elektrische Zahnbürste: unauffällig. Also, ab ins Schlafszimmer. Hoffentlich ist es einfach die Nachttischlampe. Die ist es auch nicht. Bitte nicht die Dusche! Und was ist da, in der Mehrfachsteckdose unterm Bett? Hat sich da etwa eine Katze übergeben? Puh. Glück gehabt. Aber warum ausgerechnet dort und genau während einer unter der Dusche steht? Na, nett, dass grade nicht Menschenurlaub ist und der Gefrierschrank heiter dahinschmilzt.

7:30 Uhr. Hallo Tag.

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Passt

Kartons und Katzen waren eit fast drei Jahren hier kein nennenswertes Thema mehr. Dabei gibt es genug Kartons und Kisten, aber die Katze, die wirklich jeden kleinen Extraraum ausprobierte und an beinahe jedem Gefallen fand, ist schon so lange nicht mehr da. So ist es mir fast etwas unheimlich, die alte Katzendame neuerdings den ein oder anderen Karton anprobieren zu sehen. Ich muss an den Wildfang denken, die sich noch am Tag ihres Todes den Karton für ihre Bestattung aussuchte. Aber, papperlapp, Gespenst verschwinde bitte. Und, alte Katzendame: hab viel Spaß mit deinem neuerlichen Kartonhobby. Sie stehen dir alle, ob viel zu groß oder figurbetonend, wunderbar.

Du sollst nicht

Du sollst der auf dem Schreibtisch schlafenden Katze nicht etwas Fotogenes unter die Pfoten schieben wollen.
Diese Lektion habe ich heute unter Schmerzen gelernt.

Folgendes Foto entstand zwei Stunden später an gleicher Stelle mit unverändertem Untergrund. Hätte ich vorhin nur mal genau hingesehen.

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Katzendramen

Die alte Katzendame faucht und knurrt  neuerdings mehrfach am Tag den Kater an. So wie wenn sie sich auf Nachbarshunde oder Tierärzt_innen stürzt. Den restlichen halben Tag und während der Nacht herrscht Frieden. 

Ach, verstünde ich nur.

Katzenliebe

Seit heute vor 10 Jahren gibt es Fusselroller, Katzenklos, Tierärztinnenrechnungen, Katzenfuttergerüche, Tapetenschäden, Katzensittermanagement und Mausgeschenke in meinem Leben. Das ist halt so. Auf der Glückseite steht aber viel mehr. Auch wenn mir 37 Jahre lang nichts gefehlt hat. Ich wusste eben nicht, wieviel öfters ich mit feliden Mitbewohnerinnen lachen, mich Zuhause fühlen und glücklich sein würde.
Danke, ihr drei wunderbaren Wesen! Von denen zwei, wie meistens, gerade im selben Zimmer sind wie ich, und von denen eine nicht mehr lebt, aber unvergessen bleibt.

10 Katzenjahre

Heute vor 10 Jahren habe ich meine ersten beiden Katzen zum ersten Mal gesehen. Nach dem Tod der Jüngeren erzählte ich hier schon mal, wie dieses Kennenlernen war

Im Tierheim war ein einziges Katzengespann, das als Wohnungskatzen vermittelt wurde. Zwei mussten es im Fall der Fälle eh sein, da tagsüber niemand Zuhause sein würde. Das soll man keiner Katze alleine antun, wenn sie nicht wenigstens rauskann. Von diesem Katzengespann, die drei und vier Jahre alt waren und gemeinsam nach dem Tod ihrer Herbergsmutter ins Tierheim gekommen waren, saß eine unbewegt hoch im Regal und ließ sich ohne weitere Regung mit geschlossenen Augen von mir streicheln. Die andere sah ich kaum: Sie rannte fluchtartig in den kleinen umzäunten Außenbereich des Geheges und versteckte sich.

Es gab keine Gründe, mich beim allerersten Gucken im Tierheim überhaupt zu entscheiden und dann noch für diese beiden. Aber es war schon passiert. Wie manchmal in meinem Leben. (…)
Einmal drüber schlafen wollte ich aber doch, musste eh mit meinem Vermieter sprechen und die Katzengrundausstattung kaufen. Die Nacht war schrecklich. Das Tierheim bot keine Reservierungen an und so wusste ich nicht, ob die zwei Katzen, für die ich mich längst entschieden hatte, am nächsten Morgen noch da sein würden. 

(…)

Urlaubsheimkehr

Zuhause ist, je näher ich ihm auf der Heinreise komme, plötzlich wieder etwas, auf das ich mich freue. Noch am letzten Reiseabend will ich meist weiter weiter.

Zuhause ist, wo ich mich besonders auf zwei Katzentiere freue. Und wo der Kater, der, wie die Katze laut Nachbarin drei Wochen nicht rauswollte, sich draußen fast überschlägt und umgehend eine Maus anschleppt.

Zuhause ist, wo sich das Smartphone automatisch mit dem WLAN verbindet.

Zuhause ist, wo ein Berg Post liegt, in dem nach dem Urlaub immer Handgeschriebenes dabei ist.

Zuhause ist, wo zu dieser Jahreszeit drei Sonnenblumen mehr am Futterhäuschen der Vögel aufgetaucht sind und blühen.

Zuhause ist, wo die Wiese bis über die Knöchel geht und noch eine Woche weiterdachten darf, weil die Rasenmäherin der Hausbewohner*innen morgen schon wieder für fünf Tage aufbricht.

Zuhause ist, wo der Reisegefährte alle gemeinsamen Taschen und Beutel schneller auspackt, als ich gucken kann, und dafür sorgt, dass es schneller wieder wie Zuhause aussieht.

Zuhause ist, wo die Vorratshaltung dank des Reisegefährten soweit reicht, dass es köstliche Spaghetti in scharfer Weinknoblauchsauce mit Lammsteaks geben kann, und der Hauptkoch des Alltags dabei noch Pause hat.

Zuhause ist, wo das kurze Zurückmelden bei der Katzensitterin doch immer eine halbe Stunde dauert. 

Zuhause ist, wo ich für die morgige Dienstreise abends packe und ein Architekturführer und zwei Kinderbücher der letzten Reise mitmüssen.

Zuhause ist, wo der Kater am Abend die leichte Scheu vom Nachmittag abgelegt hat und sich seine Streicheleinheit holt.

Zuhause ist, wo ich gerne bin und von wo ich gerne wieder aufbreche.

Erstes Katerjubiläum (300/366)

IMG_4502Ich hab es letztes Jahr in den Küchenkalender geschrieben und diesen Januar übertragen: Vor einem Jahr zog der Kater bei uns sein. Von den Anfängen hab ich schon erzählt, heute sei bloß gefeiert, dass er da ist. Einer, der der dominanten 13jährigen Katzendame das Wasser reicht und froh ist, oft einfach hinter ihr hertrotten zu können.
Einer, der immer noch sehr sehr scheu reagiert, wenn jemand Fremdes in seinem Revier auftaucht oder draußen vorbeigeht. Einer, der aber inzwischen auch gelernt hat, wer schonmal öfters hier auftaucht und ihm zumindest nichts Böses will, wenn er selbst zu seinem Fressnapf kommt. Einer, der sich immer mehr Gelegenheiten rausnimmt, von den beiden vertrauten Menschen gekrault zu werden. Der keine Angst vor Geräuschen oder neben ihn gelegte Bettdecken hat. Sowieso: Der sich soviel Platz im Bett nimmt, wie er für richtig hält. Dafür hat wer anders die Füße an der frischen Luft? Selber Schuld. Und: Scheint doch zu gehen.
Es ist schön, dass der Kater da ist. Der sich bislang nur einmal auf einen Schoß verirrt hat und der an ein paar wenigen Stellen in der Wohnung nicht aufhört, die Tapete zu lieben. Der womöglich Erschreckendes in seinen ersten fünf Lebensjahren erlebt hat. Der anders ist und bleibt als die beiden Katzen, die ich bislang näher kannte / kenne. Der hier alle Zeit der Welt hat, sich zu entwickeln. Der aber wundervoll ist, so wie er ist.

Möge das Katerleben hier weiter freundlich zu ihm sein. Wir geben ihn nicht mehr her.

Geschichten ohne Kinder, ohne Hund (271/366)

Wir sind die, die lange arbeiten, oft weg sind und den ungepflegtesten Garten haben, während unsere Katzen auf Anderleut Rasen machen. Nach sieben Jahren sind das nicht mehr die einzigen Dinge, die Nachbarn über uns  wissen, aber ohne Kinder und ohne Hund ist es nicht so leicht, im Dorf Kontakte zu knüpfen. Es passiert zumindest nicht einfach nebenbei vor der Kita oder beim Spazierengehen.

Mit Katzen lernt man dafür Kassiererinnen und Mitkundinnen kennen, wenn der Einkaufswagen mal wieder voller Verbrauchsgut für die Vierbeiner ist. 

„Sieben Mal das eine Katzenfutter. Wirklich nur die eine Sorte.“ – „Wirklich nur die eine Sorte? Die Kartons kosten nämlich unterschiedlich…“ – „Ja, nur die eine Sorte, die Mitbewohner fressen nichts anderes“ – „Ach ja, seit unser 15jähriger Nierenprobleme hat, bekommt der Schonkost. Und der 17jährigen müssten eigentlich Zähne gezogen werden, aber die hat so eine schwache Gesamtkonstitution“ 

Gefühlte 10 Minuten später kann ich endlich die Einkäufe im Auto verstauen und heimfahren, nicht ohne gefühlt alles über zwei Katzen und zwei Kinder, die jünger sind als die feliden Mitbewohner, zu wissen. Wie sich die Familie auf den Tod der beiden Tiere vorbereitet, welche Bestattungsarten in Frage kommen und welche nicht und wie schlimm das alles werden wird. Erst dann löste mich ein anderer, noch später einkaufender Kunde an der Kasse ab.

Auf der Heimfahrt grinse ich vor mich hin: So gerne ich privat und dienstlich Lebensgesxhichten zuhöre und Menschen ermuntere, sie mir zu erzählen, – ja, niemand zwang mich, der Dame an der Kasse verständnisvoll zuzuhören und das ein und andere nachzufragen – , so froh bin ich dann konkret doch, dass wir zumindest keinen Hund haben. Die privaten und die dienstlichen und genug zufällige Situationen, in denen Alltags- und Lebensgeschichten erzählt werden, reichen derzeit aus. Drei mal am Tag mit dem Hund raus: Oh mein Gott, was käm noch alles dazu.