Archiv der Kategorie: Köln

Love is the answer 

Es ist emotional anstrengend, die Schutzschilde hochzuhalten und den Hass und die Kopflosigkeiten, die seit gestern Abend noch mehr als sonst durchs Land wabern, abzuwehren. Ich habe extra weggeschaut, wo ich etwas davon hätte sehen und lesen können. 
Was sonst so an meinem Tag passierte:

Ich hab noch lieber als sonst zwei Männern, die locker in äußerlichen Rastern hängenbleiben, freundlich und auf englisch geholfen, duch den Ticket-Automaten am Kölner Hauptbahnhof durchzukommen.

Ich habe einer jungen Muslima mit Kopftuch, die in der Fußgängerzone acapella schöne Weisen sang, mehr Geld gegeben als an einem andern Tag.

Ich war hilflos gegen die Emotionen der alten, mir bekannten Dame, die ihren Bruder in Berlin nicht erreichen konnte und wie in einer Übersprungshandlung andern Leuten Unschönes wünschte. Aber ich hab sie später angerufen, um nach ihrem Bruder zu fragen (alles gut). Und ihren Klagen über die Katzenhaltung der Nachbarn eine Weile zugehört.

Ich habe im Kölner Dom die bunten Flecken fotografiert, die das Richterfenster auf Wände und Säulen malt. Und jetzt geh ich erschöpft ins Bett. Möge die Liebe stärker bleiben als der Hass. Gerade auch als der Hass auf den Hass. 

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Schlösser (268/366)

Auf meinem vierten Weg in 24 Stunden über die Hohenzollernbrücke in Köln habe ich mir ein paar der dortigen Liebesschlösser etwas genauer angeschaut und ein paar Bilder gemacht. So erschöpft ich heute Abend bin, gibt es sie ohne weitere Kommentare. Aber man beachte die Butterschale und die Fruchtzwiebelfliegen. Und das eher temporäre Liebesschloss mit Bierdeckel und Kabelbinder.

 

 

Kölnansichten (211/366)

Toller klarer kalter Tag mit Termin in Köln. Die Zugverbindung beschert mir 20 Minuten vor und 20 Minuten nach dem eigentlichen Treffen. Was soll man denn da sonst machen außer Fotos? Okay, es ist nur der Bahnhof, der Dom von außen, Lichtvariationen des Richterfensters im Innern des Domes und einmal der WDR in den Kasten gekommen. Aber schauen wir nicht alle in Ausschnitten und verlieben uns mal mehr in die eine oder die andere Aussicht und Details davon und sehen ein andermal was ganz anderes?

NoDombildToday 183/366

Der Zug auf dem Hinweg war pünktlich, die Verbindung für den Rückweg nicht sehr günstig. So hatte ich fünf Minuten vor und 15 Minuten nach meinem Termin, ein paar Lichter rund um den Kölner Dom zu fotografieren. Die Kathedrale selber hat es nicht aufs Bild geschafft: Ich war zu nah dran und hatte keine gute Motividee.
Anbei nun der erstaunliche Engel am 4711-Haus, der Eingang zum WDR-Funkhaus am Wallrafplatz, das Portal eines Brauereiausschanks nah am Dom, der Hauptbahnhof und der alte Wartesaal neben dem Bahnhof und unter Gleis 1.
Die Bilder sind auch auf Instagram; ab und an mag ich welche davon auch hier festhalten. Bei mir halt.

Urlaubstag in Köln

Die Besucherin wünschte sich für den Tag der Abreise, einige romanische Kirchen in Köln wiederzusehen, die sie bei ihrer letzten Reise in diese Gegend besonders beeindruckt hatten. Damals war sie Teenagerin. Weil wir gemütlich frühstückten und sowieso viel zu erzählen hatten und das Flugzeug in den Norden nicht verpasst werden sollte, blieb nicht sehr viel Zeit. Die wenige war aber sehr schön, weil wir uns nicht hetzen ließen. Wir besuchten Groß St. Martin und Maria im Kapitol. Und opferten St. Gereon für ein Srück wunderbare Torte im wunderbaren Café Fassbender. Für 48 Stunden war die Freundin mal eben aus dem hohen Norden Europas zu Besuch gekommen, Mann, drei Kinder und zwei Hunde zurücklassend. Ach, man sollte sowas öfters machen und nicht nur bedauern, dass Freundinnen und Freunde weit weg wohnen.

   

Groß St. Martin:
   
  

Maria im Kapitol: 

Gedenkstein für alle, die an den Folgen von Aids gestorben sind.
    
 Apfelmadonna    

Holztür aus dem 11. Jahrhundert
  

Café Fassbender  
   
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Stadt und Land

An den vier Tagen in Köln war ich verliebt. Ich war ins Stadtleben verliebt. Und zwar heftig. Ich verstand auch gar nicht mehr, warum mir Köln immer viel zu groß vorkam. Die Million Menschen lebt ja nicht auf einem Fleck. Sie erstreckt sich über viele verschiedene Stadtteile. Und die Viertel, in denen ich unterwegs war, ach, ich sah dort viele Ecken, in denen ich gerne wohnen würde. Mit Cafés und Kneipen und Restaurants aller möglicher Ausrichtung hier und da, mir sehr viel Grün an Häuserwänden und kunstvoll über Bürgersteige gespannt, und mit Kiosken für den täglichen und noch mehr nächtlichen Bedarf, wo man nur eins vermissen könnte. Mit alten und neueren Häusern, mit Menschen vieler Altersgruppen und sonstiger Unterscheidungsmerkmale. Es gefiel mir sehr sehr gut. Mit allen Hintergrundgeräuschen und Hundeleinen. Ach ja, ich könnt noch weiter schwärmen. Und werde weiter Stadtleben vermissen, es in meinem Herzen tragen und bejubeln, wo ich ein wenig davon mitbekomme.
Und doch hab ich vor ein paar Jahren alles richtig gemacht, an den Rand der Stadt zu ziehen. Und den hiesigen unspektakulären Terrassenblick ins Grüne, den ich heute Abend so lange genoss, wie die Mücken mich ließen, den geb ich, die mit den zwei Seelen in der Brust, ja doch auch nicht mehr her.

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Straßenexerzitien IV

Morgens zum ersten Mal den täglichen Weg sonnenbeschienen gehen. Am letzten Tag eine Mischung aus vertrauten und neuen Wegen ausprobieren. Nicht mehr so viel Strecke wie an den vorherigen Tagen machen müssen. Am Horizont das Ziel für den Rückweg ausmachen. Für vier Tage dankbar sein: Raus aus dem Alltag, drin in einer anderen Wahrnehmung. Wieder neu wissen: Ich bin Christin, weil mein Gott die Menschenfreundlichkeit in Person ist. Da mach ich gerne weiter mit, so wie ich alte Griesgrämin das eben kann.
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Straßenexerzitien III

Und wie im richtigen Leben hilft auch an einem schwierigen Exerzitientag, abends der Nase was andere Luft und den Augen andere Aussicht zu gönnen. Und da hier grad große Rhein- und Kölnromantik im Angebot waren, griff ich dankbar zu und schwelgte.

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