Archiv der Kategorie: Reisen

Stippvisite

Einen Tagesausflug nach Helgoland kann man machen, muss man aber nicht. Zumal wenn von vier Stunden auf der Insel nur zweieinhalb übrig bleiben. 

Und doch ist es schön auf dem Meer zu sein, immer wieder. Ohne und mit Sonne. 

Und irgendwann bleib ich länger, liebe Insel!

Fünf Tage

Das Elchbaby läuft und springt umher und stakt hinter seiner Mutter durch einen schnell fließenden Fluss. Wie alt es wohl sei, frage ich. Ein paar Wochen vielleicht? Grad mal fünf Tage, ist die Antwort. 

So lange ist auch mein jüngstes Niftenkind* auf der Welt. Was wir doch für Nesthocker sind. Und wie faszinierend ich beide Welten finde, die Elchwelt und diese Unvollständigkeit der Menschenkinder.


* Niften: Nichten und Neffen. Wortprägung meines Wissens von der Kaltmamsell.

Heimkehrfreuden

Katze und Kater, andere Klamotten, elektrische Zahnbürste, längeres Tageslicht, moderate Außentemperaturen, mittelalter Gouda, die Menschen, denen ich bei der Arbeit begegnen werde, 

der erste Blick morgen in den Garten mit zwei Wochen fortgeschrittenem Frühling.

Palmenleben 

Es gibt Palmen, die als junge Pflanzen höchst stachelige Stacheln tragen, sie nach einigen Jahren für die weiteren hundertfünfundneunzig jedoch abwerfen. Denn ab einer gewissen Festigkeit und Größe können die Riesenschildkröten, gegen die sich die Palmen mit den Stacheln verteidigen, ihnen nichts mehr anhaben.

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Coco de Mer, Praslin / Seychellen

Gründonnerstag

Diesmal unter Palmen, dieser Gottesdienst, der sich über drei Tage zieht. Prasselnder Regen aufs Kirchendach. Von der Predigt auf creole bekomm ich nur den Ton mit, und der macht mir Angst. Niemand lächelt. Von der Kultur vor Ort spüre ich nichts, nicht mal in der Musik. Ich sehne mich zurück nach den drei Ostern in Sambia bei ähnlichen Temperaturen wie hier, möchte das Trommeln, das Tanzen, das Lachen. Wo ich die englischen Gottesdienste mied und lieber die doppelte Zeit in Chitonga mitlachte, mitsummte, mitwippte. Und ich erinnere mich auch an einen Gottesdienst in Indonesien, in dem es zwar diesen positiven Weltkirchen-Effekt gab, den Ablauf zu kennen und Gebete passend, nur eben in anderer Sprache mitsprechen zu können. Aber nonverbal war kein einziger Funke unterwegs, nicht von den Gesichtern der Mitfeiernden, dem Ton der Verkündigenden, der Musik. Dann ist es hartes Brot, dabei zu bleiben. Egal wo auf der Welt. Innerlich geht das fast immer irgendwie. Aber.

Auf zum GründonnerstagsDinner im Hotel. Mahl halten.