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Moritzkirche, Augsburg

Und es gibt Räume, die eine berühren und ausrichten und aufrichten. Und die eine anders verlässt.

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Soll nicht wieder vorkommen.

Diese Versuchung, ein amerikanisches Nationalpark-T-Shirt anzuziehen beim Besuch der D-Day-Strände in der Normandie. Aber meine Geschichte als Deutsche ist meine Geschichte. Ich kann mir keine andere leihen. Später dann, beim Besuch des amerikanischen Friedhofs, Beschämung im Sinn und sowas wie ein Danke auf den Lippen.

Und: Soll nie wieder vorkommen!

2x gut gemeint, 1x gut gemacht (Update)

I

Die ersten schönen Postkarten beim Kurzbesuch in St. Helier / Jersey fallen uns am christlichen Buchshop in der schönen Markthalle der Inselhauptstadt auf. Doch noch vor Erwerb sehen wir den Pferdefuß: Auf der Rückseite jeder dieser Karten ist ein kleiner Aufkleber mit Bibelspruch. Passt für einen einfachen Urlaubsgruß nicht an jede_n Adressat_in. Schade.

II

Rund um die Stadtkirche in St. Helier stehen eine Reihe Holzbänke und ein paar Picknicktische. Zur Mittagszeit sitzen hier, wie auf den Bänken anderer Plätze der Stadt, Leute aus Banken und Büros, eindeutig an ihrer Business-Kleidung zu erkennen, und machen Mittagspause. Sie essen ein Sandwich oder einen Salat, sitzen zu zweit im Gespräch oder alleine, mit oder ohne Smartphone in der Hand. Ein Bild, das mir aus Städten in UK nicht unvertraut ist. Wo machen diese Leute Pause, wenn es regnet oder wirklich richtig kalt ist? Die Stadtkirche macht mit einem Schild auf eine Möglichkeit aufmerksam. „Die Kirche ist offen. Essen Sie Ihren Mittagssnack drinnen, wo es warm und trocken ist.“ Das ist alles. Kein Bibelspruch, keine Werbung fürs Tischgebet. In hinteren Teil der Kirche stehen ein paar Tische, die wahrscheinlich auch für Gruppentreffen genutzt werden. Aber es sieht nicht so aus, als ob das Obdach für den Lunch Break auf diesen Bereich der Kirche beschränken wäre.

Warum macht sich der christliche Buchshop in der Markthalle nicht einfach dadurch einen Namen, richtig schöne Postkarten zu verkaufen? Sondern sorgt dafür, dass viele die Karten wieder zurücklegen und weitergehen?

Die herzliche und unaufdringliche Einladung, bei schlechtem Wetter nicht auch für den kurzen Mittagssnack im Büro zu sitzen, ist nicht nur gut gemeint, sondern auch gut gemacht.

Nachtrag

Bei diesen Beobachtungen geht es mir nicht um die Frage, wie die Kirche zu den Leuten kommt oder die Kirche Leute für sich gewinnen könnte.

Mir gefällt das mit dem Dach für den Mittagssnack als Idee in guter Nachbarschaft. Als christliche Gemeinde kann ich gute Nachbarin sein, die sich freut, wenn wer von der Brombeerhecke pflückt und genießt. Nehmt gerne. Und denkt nicht, ihr müsstet ein Glas Marmelade als Dank vorbeibringen.

Pfütze

Dieses Mädchen, vielleicht drei, eher vier Jahre alt, das voller Ernst und Hingabe und Wucht in einer Schlammpfütze hüpft und hüpft. Nur wenig hinter dem Kind der große, wilde Ozean, zwar nicht zu sehen und doch gegenwärtig. Und Regen. Fisselregen. Und himbeerfarbene Gummistiefel, eine ebenso farbige Jacke und gelbe Hosen. Und ein Mann, der seelenruhig und angenehm unbeteiligt daneben steht: Schließlich ist das allein eine Sache dieses Kindes mit dieser Pfütze.