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Woche ohne Worte, Tag 5 (10.3.2017)

Im Zug auf der Rückfahrt meiner diesjährigen Extrazeit für mich & den Gott meines Lebens*. Ich war seit Montag auf den Straßen Oberhausens unterwegs. Ich bin an einem Tag fast zwei Stunden durch kalten strömenden Regen gegangen, und das auch noch ohne ausdrückliches Ziel. Ich habe urbane Wunden und Wunder gesehen. Und mir sind lauter Zeichen begegnet, die sich mir nicht erklärt haben.

Ich war mit fünf anderen Menschen in dieser Woche zusammen, morgens und abends haben wir uns gesehen und gesprochen. Und miteinander geschwiegen. Und gesungen.

Spektakulär unspektakulär das Ganze. Und neben diversen Fragezeichen Zeit der Vergewisserung, wie ich auf die Welt gucke und Spuren von Sinn, Schönheit, Würde, Hoffnung und Zuversicht wahrnehme. 


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* Manche nennen das Exerzitien.

18 Bilder aus 2016

Als kleinen Jahresrückblick gibt es 2016 achtzehn Fotos.

Vorneweg ein Bild aus der diesjährigen Woche ohne Worte im September: Es kommt auf die Perspektive an. Der Teich in einem Park ist durch ein stabiles, starres Gitter fotografiert. Je nach dem, wie ich es angucke, spielt es aber keine Rolle mehr. Etwas, was ich dieses Jahr gelernt habe.p1150078
Es folgen ein paar Reisebilder. natürlich.
Zwei von der Traumreise unter den vielen Traumreisen, die in den Yellowstone National Park im Winter ging. Hier der fast ganz zugefrorene Lake Yellowstone.
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Da darf einer der vielen Füchse nicht fehlen, die wir bei der Jagd beobachten konnten.Version 2
Ein Bild von einem Wochenende in London: Das steht auch für Orte und Reisezeiträume, die ich erst mit dem Reisegefährten für mich entdeckt habe.
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So wie Pfingsten in Lviv/LembergIMG_1551
und Kyjiw. Das Bild vom Majdan erinnert mich außerdem an alle Fragen und Sorgen, die der Brexit, die Wahl Trumps und diese erschreckende Stimmung bei uns und anderswo gegenüber Fremden und andere Erscheinungsformen von Diversität ausgelöst haben.
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Den Abschluss der Reisebilder machen der Dom in Helsinki
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und die Oper in Oslo.
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Aber, halt, da war ja auch noch der Wochenendtrip mit unseren Müttern nach Luxemburg.
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Jetzt zurück in meine Hood: Das sind meine Lieben, der Garten, meine Gegend und meine zunehmende Fotografierliebe:
Lebenszeichen vom Apfelbaum, der immer schwächer wird,
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aber noch Frucht bringt. Mehr als die, die hier zu sehen ist.
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Da ist der Kater, der sein erstes komplettes Kalenderjahr bei uns verbrachte und den Reisegefährten und mich täglich erfreut. Und der von der alten Katzendame viel besser akzeptiert wird, als wir es zu hoffen wagten.
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Da ist die wachsende Begeisterung, Fotos zu machen. Mit dem Telefon und immer häufiger mit der Kamera, die ich seit Anfang 2016 habe. p1160595
Inzwischen gibt es auch ein Stativ dazu. Und die richtigen Filter, um endlich mit langen Belichtungszeiten fotografieren zu können. Und, juchhu, zu Weihnachten hat mir der Reisegefährte vier Fotospaziergänge geschenkt mit technischer Beratung: Das ist das allerbeste.
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Das Plätzchenbild steht für die Zeit mit den Liebsten. Dass die nicht selbstverständlich ist, hat das Jahr 2016 mit zwei tragischen Schicksalsschlägen bei Menschen meines Alters im Bekanntenkreis deutlich gezeigt.
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Ein Bild folgt für den Gottesdienst meines Herzens.
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Und dazu gehört auch diese Botschaft, voll Trotz und Hoffnung und Zuversicht. Die unterschreib ich voll und ganz. Und bin froh, in ihrem Namen sogar arbeiten zu dürfen.
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Und zu guter Letzt: Kein Fotorückblick aufs Jahr ohne ein Blick auf den Ölberg im Siebengebirge: Dass ich mal so glücklich am Stadtrand, ja sogar auf dem Land wohnen würde, hätte ich nie gedacht. Ich hab das vor ein paar Jahren in Kauf genommen, um der Sache mit dem Reisegefährten die Chance zu geben, die damals dran war. Dass diese Gegend hier ein wesentliches Feature meines Glückes geworden ist, das freut mich bis heute sehr sehr sehr.
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Nach der Woche ohne Worte

Schön, nach fünf so anderen Tagen, dass es nicht Vollgas weitergeht. Den heutigen Samstag konnte ich in aller Ruhe angehen, da selbst das Wetter eine kleine Schonfrist einräumte: Es sollte wesentlich unfreundlicher sein, als es tatsächlich bis nachmittags war. So musste ich mich auch mit der einzigen Verpflichtung, die aus Rasenmähen bestand, nicht sonderlich beeilen, konnte morgendlich mit dem Reisegefährten rumtrödeln, doch was frühstücken und durch ein paar Internetecken schlendern. 

Das Rasenmähen, das ich mal mehr mal weniger gerne mache, war dann auch eher angenehme Übung: Sonst wäre ich wahrscheinlich nicht so lange heute im Garten gewesen und hätte nicht so ausführlich mitbekommen, wie die diesjährige Mischung aus Spätsommer und Frühherbst im Revier unserer Katzen aussieht. 

Eine Pause mit der älteren Katze und eine mit dem Reisegefährten versüßten die Gartenarbeit zusätzlich zu späten Himbeeren und erstem Apfel.

Es blieb noch Zeit für entspanntes Duschen und Fertigmachen vor einer kleinen Einkaufstour mit dem Mann und einem Abend mit drei seiner Schulfreunde und deren Frauen. Auch letzterer war sehr angenehm: Das Lokal nicht so laut wie beim letzten Mal und erfreuliche Gespräche. Verrückt, dass ein frisch gebackenes Großelternpaar dabei war: Die beiden sind mit 44 und 47 grad Oma & Opa geworden, während eine andere Freundin in meinem Alter gerade noch mal Mutter wird. Die Welt ist bunt, und das ist gut. Schön auch, wie die eine Mutter dreier Jungs immer mal beiläufig einfließen lässt, was sie in Brauchtum auf dem Dorf und in Filmen frauenfeindlich findet: Da das da sonst nicht so die Themen sind, jubilier ich immer heimlich auf. 

Gegen 1:00 Uhr Heimkehr, die eigenen Katzen noch kurz betüdeln und die vermisste Katze von Freunden, die ich seit kleinauf kenne und die mir sehr ans Herz gewachsen ist, ins Abendgebet einschließen: Das war dann dieser Samstag nach meinen Exerzitien.